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TrinkXtrem: Projekttreffen im Wasserwerk Langenau

Am 28. und 29. März waren die Projektpartner und die assoziierten Partner von TrinkXtrem zu Gast beim Zweckverband Landeswasserversorgung im Wasserwerk Langenau bei Ulm. Das Wasserwerk bot nicht nur eine hervorragende Kulisse für die Diskussion des Projektfortschritts, sondern ist gleichzeitig auch ein Best-Practice-Standort für Ergebnisse des TrinkXtrem-Projekts. Das Projekttreffen bot gleichzeitig Gelegenheit, in separaten Gruppen auf Arbeitspaketebene Details der laufenden Arbeiten abzustimmen.

Die Einflüsse von Extremereignissen auf die öffentliche Wasserversorgung sind vielfältig, wobei Mengenaspekte des für die Aufbereitung verwendeten Rohwassers lediglich ein Bestandteil sind. Extremereignisse beeinflussen auch die Wasserbeschaffenheit, was zeitlich unterschiedliche Anforderungen an die Aufbereitung im Wasserwerk stellt. Nicht zuletzt unterliegt die Trinkwasserentnahme in Kommunen oder durch gewerbliche Nutzungen extremen Schwankungen. TrinkXtrem erarbeitet deshalb innerhalb von 11 inhaltlich fokussierten Arbeitspaketen Anpassungsstrategien der Trinkwasserversorgung bei Extremwetterereignissen. Jedes Arbeitspaket wird durch eine eigene Arbeitspaketleitung begleitet. Die Arbeitspaketleitungen stellten während des Projekttreffens arbeitsgruppenübergreifend den aktuellen Zwischenstand der Ergebnisse vor.

Im Hinblick auf die quantitativen Auswirkungen von Extremereignisse wird aktuell die Modellierung der Auswirkungen von drei extremen Trockenjahren in Folge auf die Fassung von Grundwasser vorbereitet. Dazu werden konkret für einen Standort der Landeswasserversorgung Zeitreihen mit extremer Grundwasserneubildung ermittelt. Mit einer Sensitivitätsanalyse soll einerseits die Prädiktivität des vorhandenen Grundwassermodells verbessert werden. Für die Rohwasserfassung bei Extrembedingungen wird andererseits ein Managementtool entwickelt. Erste Berechnungen zeigen, dass künstliche neuronale Netze schnell genug Ergebnisse liefern, um den großtechnischen Betrieb zu steuern, was beispielsweise mit dem herkömmlichen Grundwassermodell nicht möglich ist. Die bei den Wasserversorgern vorliegenden Betriebsdaten zur Rohwasserqualität bieten einen wertvollen Datenpool, um die Auswirkungen in der Praxis als Folge von Extremereignissen mittels Data-Mining erfassen zu können. Bisher wurden die umfangreichen Daten (bis zu 600 Parameter von Laboranalysen der letzten 50 Jahre) aufbereitet und plausibilisiert. Mit sogenannten Biotestbatterien können Wasserproben hinsichtlich ihrer toxikologischen Belastung bewertet werden. Bisher wurden erste Proben von unterschiedlichen Rohwässern (Grundwasser, Talsperrenzulauf, Talsperrenwasser, Uferfiltrat und Flusswasser) bei Normalzustand und bei Niedrigwasserstand untersucht. Erste Ergebnisse sehen vielversprechend aus.

Um die Verteilung des Trinkwassers besser zu steuern, werden zur Betriebsoptimierung und zur Minderung von Bedarfsspitzen Prognosetools zum Wasserbedarf in Trockenperioden erstellt. Dazu wird ein Data-Mining von Betriebsdaten der Trinkwasserabgabe von Smart Metern durchgeführt. Dieses basiert auf Viertelstundenwerten der Trinkwasserabgabe der letzten 20 Jahre von drei in TrinkXtrem beteiligten Wasserversorgungsunternehmen mit jeweils unterschiedlicher Kundenstruktur. Hierbei ist die Datenplausibilisierung inzwischen weitgehend abgeschlossen. Verschiedenen Kundengruppen konnten typische Tagesverbrauchsprofile zugeordnet werden. Diese Verbrauchsprofile helfen, das Nachfrageverhalten der unterschiedlichen Kunden zu analysieren. Hieraus wird das theoretische Potential einer Nachfrageverschiebung ermittelt. Erste Ergebnisse zeigen, dass Nachfragespitzen von der vorhandenen Infra- und Kundenstruktur abhängen und sich nennenswertes Einsparpotential durch Kappung von Spitzenabgaben ergibt.

Zum Schluss des Projekttreffens hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, die technischen Anlagen im Wasserwerk Langenau sowie die Dauerausstellung „Erlebniswelt Grundwasser“ mit fachkundiger Erläuterung zu besichtigen.

Weitere Informationen zum TrinkXtrem-Projekt können über die Projekthomepage (https://www.trinkxtrem.de/) abgerufen werden.